Überforderte Amateure

 
 
von Christoph Karpe, 19.03.08

Halle/MZ. Das Kartenhaus ist zusammengestürzt, die Krise einzigartig in Deutschland. Funktionäre des Landessportbundes von Sachsen-Anhalt hantierten mit Millionen-Zuschüssen aus Steuergeldern wie Spekulanten an der Börse. Noch dazu hochgradig amateurhaft - wie es jetzt die tiefrote Bilanz mit sechs Millionen Euro Schulden ausweist.

Vielleicht geschah der Aufbau eines verzweigten Geschäfts-Geflechts sogar in der Absicht, dem Sport mit erwarteten Gewinnen Gutes zu tun. Doch das Management versagte, zahlte zu hohe Gehälter. An der Basis dringend benötigtes Geld versickerte.

Nun steht die Insolvenz des LSB an. Das an der Misere nicht schuldlose Sozialministerium würde am liebsten die "Unberechenbare" LSB generell ausschalten. Doch die Verteilung der Sportgelder direkt durch das Ministerium kann nur eine Übergangslösung sein. Solange bis sich der LSB aus den Trümmern berappelt hat und sich fähig zeigt, seine Dinge selbst zu regeln. Die Insolvenz entlässt den Sport nicht aus seiner Verantwortung. Im Gegenteil: Er kann und muss jetzt beweisen, dass er auch verantwortungsbewusste Profis in seinen Reihen hat.

zurück