| 19.03.2008
LSB Sachsen-Anhalt entmachtet
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Nach der Zweckentfremdung von mehreren Millionen Euro im Landessportbund (LSB) hat das Land Sachsen-Anhalt die Sportförderung in die eigenen Hände genommen.
Zuvor hatte LSB-Präsident Heinz Marcinak mit seinem Rücktritt die Verantwortung übernommen. Hauptgeschäftsführer Gerd Henke wurde vom Präsidium unter der kommissarischen Vorsitzenden Gudrun Steinbach beurlaubt.
"Millionenbeträge sind nicht in den Vereinen angekommen, sondern in dubiosen Geschäftsstrukturen und zweifelhaften Projekten versickert. De facto haben auch persönliche Bereicherungen stattgefunden, wenn ich mir allein die monatlichen Bezüge des bisherigen LSB-Hauptgeschäftsführers anschaue", so Sportministerin Gerlinde Kuppe.
Von den 22 Millionen Euro jährlich für die Sportförderung solle künftig jeder Cent dem Sport auch zukommen, deshalb wurde die Entscheidung getroffen, dass der Zuwendungsvertrag mit dem LSB bis zur Wiederherstellung einer ordnungsgemäßen Geschäftsführung gekündigt werde.
"Das Land übernimmt die Aufgabe zur Förderung von Kreissportbünden, Landesfachverbänden, Einzelprojekten und Vereinssportstätten", so Kuppe, ebenso wie bei der Betreibung der Mensen und Internate der Sportschulen.
Laut Untersuchungen des Landesrechnungshofes soll der LSB in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Euro zweckentfremdet und sechs Millionen Euro Schulden angehäuft haben. Dem LSB droht die Pleite.
Gegen LSB-Geschäftsführer Gerd Henke und den Ex-Chef der Leistungssport-Förderungs-Gesellschaft, den früheren Magdeburger Handball-Manager Bernd-Uwe Hildebrandt, wurden Strafanträge gestellt worden. Allein der Schaden durch Hildebrands Wirken soll laut Landesrechnungshof bei über einer Million Euro liegen.
Auf einem außerordentlichen Landessporttag am 24. Mai soll das LSB-Präsidium neu gewählt werden.