| Jahresversammlung Grün-Weiß Linda - Gedenken an Manuel Trojandt - Verein hat neuen Vorsitzenden
Linda/MZ. "Er wird in in unserem Herzen derjenige bleiben, der mit dem Ball tanzte." Horst Richter, bis vergangenen Freitagabend Vorsitzender des Sportvereines Grün-Weiß Linda, hatte, als er diesen Satz sagte, mit den Tränen zu kämpfen. Wie andere auch. Denn einen traurigeren Anlass wie dieses Mal, um eine Jahreshauptversammlung zu eröffnen, gibt es wohl kaum. Manuel Trojandt, Mitglied des Vereines und Spieler der ersten Männermannschaft, erlag Ende vergangener Woche einer schweren Krankheit. |
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Schwerer Abschied
Mit nur 30 Jahren musste sich der Lindaer einem Leiden beugen, das seine Vereinskameraden kannten. Sie hatten mit ihm gehofft, dass er es besiegen könne. "Es ist für uns unvorstellbar, dass Manuel nun nicht mehr mit dabei ist. Er wird uns fehlen", so Horst Richter. Aus Respekt vor diesem tragischen Ereignis habe man im Vorfeld der Jahreshauptversammlung überlegt, diese sogar abzusagen. "Doch wir haben heute wichtige Dinge zu bewerkstelligen und ich bin mir sicher, dass Manuel dies so gewollt hätte", erklärte Horst Richter, der zusammen mit allen Anwesenden eine Gedenkminute zu Beginn des Abends einlegte.
Es war somit nicht so leicht, am Freitagabend zur Tagesordnung überzugehen. Doch Grün-Weiß hatte, wie es Horst Richter eingangs erwähnte, Bedeutendes zu beraten und zu beschließen. Der herausragendste Tagesordnungspunkt: Die Wahl eines neuen Vorstandes und eines neuen Vorsitzenden.
"Aber ich packe es einfach zeitmäßig nicht mehr."
Horst Richter
ehemaliger
Vereinsvorsitzender
Dass Horst Richter seit geraumer Zeit den Gedanken hegte, seinen Posten abzugeben, war kein Geheimnis. Mancher mochte gehofft haben, dass er noch bis kommendes Jahr (2009 wären reguläre Neuwahlen gewesen) durchhält. "Aber ich packe es einfach zeitmäßig nicht mehr. Denn mit meiner Arbeit läuft es, zum Glück, sehr gut, was aber bedeutet, beinahe jeden Tag erst in der Nacht nach Hause zu kommen", erklärte Horst Richter. "Und wenn ich etwas mache, dann nicht nur halb", so der scheidende Vorsitzende.
Sein potentieller Nachfolger war im Vorfeld der Versammlung angesprochen worden, Hans-Joachim Boche stellte sich dem Votum. Der Buschkuhnsdorfer, Geschäftsführer der Holzdorfer Agar e.G., betonte nach seiner Wahl, dass er sich auf diese neue Aufgabe freue. "Ich habe ja bekanntermaßen Bindungen zum Verein und habe daher die Anfrage, ob ich es machen würde, spontan mit einem Ja beantwortet. Jetzt steht für mich die sehr enge Zusammenarbeit mit dem Vorstand an erster Stelle." Denn gerade in sportlichen Belangen setze er auf die Erfahrung aller.
Für Horst Richter hatten sich die Grün-Weißen zum Abschied etwas Spezielles ausgedacht. Neben der Auszeichnung mit der Ehrennadel des Landesfußballverbandes in Gold gab es einen Gutschein für den Besuch eines Spieles von Borussia Dortmund (Richters Lieblingsverein hinter Grün-Weiß Linda). Vor dem Tagesordnungspunkt Auszeichnungen und Überraschungen (noch einige andere Vereinsmitglieder bekamen Ehrennadeln) hatte Horst Richter jedoch noch einiges anzumerken. In seinem Jahresbericht war viel Positives vermerkt, aber auch mahnende Worte hinsichtlich der künftigen Entwicklung klangen an.
Positiv fiel das Fazit zu den einzelnen Abteilungen aus. Richter lobte ausdrücklich das Engagement der Trainer und Aktiven. Stolz sei er natürlich auf das erste Männerteam, das sich in der Landesklasse behauptet. "Die erste Männermannschaft ist traditionell und verständlicherweise das Aushängeschild des Vereines. Darum liegt auf der Truppe der spezielle Focus unserer Arbeit. Das Ziel, den Klassenerhalt zu packen, hat Priorität." Doch in Linda werde dabei nicht vergessen, dass auch in den anderen Mannschaften die Entwicklung voranschreite. Horst Richter nutzte die Gelegenheit, sich besonders bei allen "Ehemaligen" zu bedanken, die im Fall von Personalsorgen beim zweiten Team ohne Zaudern ihre Schuhe herauskramen und bei Spielen auflaufen.
Mehr Übungsleiter
Zur Sprache kam ebenso ein Lindaer "Kuriosum". Der Verein erfreut sich einer steigenden Nachwuchsarbeit. Allein 17 Jungen in den Bambini-Mannschaften belegen einen positiven Trend. Aber: "Die Entwicklung im Nachwuchsbereich hat mittlerweile Dimensionen erreicht, die mit dem jetzigen Übungsleiterpotential nicht mehr zu bewerkstelligen sind. Denn uns geht es ja darum, auch für die Zukunft mit zu planen, den Kleinen fundierte Kenntnisse zu vermitteln", so Horst Richter. Dies sei mit zwei Übungsleitern qualitativ und quantitativ nicht mehr zu bewerkstelligen. "Nehmen wir das auf die leichte Schulter, laufen wir Gefahr, dass sich einerseits die Eltern anderen Vereine zuwenden und wir andererseits in einigen Jahren händeringend Spieler suchen." Dies müsse seiner Ansicht nach nicht sein. Außerdem sei der Weggang von Spielern im Jugendalter zu stoppen. Der Vorstand sei sich einig, dass dem vorgebeugt werden kann, wenn es gelinge, Fußball und Spaß unter einen Hut zu bringen.
Dass Richters Worte Wirkung zeigten, war bereits am Freitagabend zu erkennen. Einige Vereinsmitglieder erklärten spontan, dass sie sich vorstellen könnten, künftig als Übungsleiter zur Verfügung zu stehen. Auch beim Thema Schiedsrichter (Linda drohen wegen fehlender Referees Geldstrafen) sollen in den kommenden Wochen Lösungen gefunden werden.
"Mit dem ersten Männerteam an der Spitze und allen anderen Abteilungen zeigen wir, dass in Linda erfolgreich Fußball gespielt wird. Dies nun schon seit Jahren, und so soll es auch bleiben", schloss Horst Richter sein Fazit. Er sehe den Verein trotz mancher Sorgen gut aufgestellt für die Zukunft.