Abstiegskampf super spannend

Fußball-Landesklasse: Linda erwartet Abtsdorf und hofft auf Sportgerichtsentscheidung

Fans hoffen auf Sieg wie im Hinspiel


Grün-Weiß Linda - Graf Zeppelin Abtsdorf

Horst Richter, Vereinsvorsitzender bei Grün-Weiß Linda, zeigt sich vor dem Saisonfinale in der Fußball-Landesklasse gegen Graf Zeppelin Abtsdorf angesichts der Bedeutung zunächst recht einsilbig. "Optimistisch und angespannt", sei die Stimmung im Nordostzipfel des Landkreises. Zumal eine andere wichtige Partie derzeit am "grünen Tisch" entschieden wird. Mit weit reichenden Folgen für alle Mannschaften im Abstiegskampf.

So hatte Allemannia Jessen vor einer Woche beim 4:1 gegen Linda einen 17-jährigen Spieler eingesetzt und damit gegen die Spielordnung verstoßen. "Der Fall ist eindeutig. Ich habe die Unterlagen zum Sportgericht geschickt", sagt Staffelleiter Dietmar Bebber. Der Gräfenhainichener hofft nun auf eine möglichst rasche Rückantwort, "am besten noch vor dem Anpfiff am Sonnabend, damit alle Beteiligten Klarheit haben". Es gilt als wahrscheinlich, dass die Begegnung mit 3:0 für Linda gewertet wird. Daraus ergibt sich eine völlig neue Ausgangsposition. Punkte und Tore aus dem Jessen-Spiel eingerechnet, würde das Team von Trainer Gerald Neiße vom vorletzten auf den zehnten Rang klettern und die Abtsdorfer (jetzt Elfter) auf Platz zwölf stubsen. Der ist gleichbedeutend mit der Fahrkarte in die Kreisoberliga. "Wir müssen also nicht groß diskutieren. Für uns heißt es in Linda alles oder nichts", reagiert Abtsdorfs Coach Falko Rupprecht auf die veränderte Situation.

"Für uns heißt es in Linda alles oder nichts."

Falko Rupprecht,Abtsdorfs Trainer

Auf ein Unentschieden können beide Kontrahenten nicht spekulieren. Zwar würde ein Punkt reichen, wenn die Konkurrenz aus Kochstedt und Aken patzt, "aber sich auf dieses Rechenspiel einzulassen, könnte fahrlässig sein", betont Rupprecht. Er werde daher mit seiner Mannschaft sein Heil in der Flucht nach vorne suchen. In der Rückrunde hat Abtsdorf übrigens noch keine Auswärtsbegegnung gewonnen. Bis auf die rotgesperrten Norman Kaiser und Christian Hünel sind bei Graf Zeppelin beim großen Finale alle Mann an Deck.

Natürlich regiert auch in Linda das Prinzip Hoffnung. Doch Horst Richter ist Realist. "Sollte es für uns schief gehen, dann bricht keine Welt zusammen." Nach den Abgängen vor der Saison habe sich die Truppe anständig verkauft. "Speziell in der ersten Halbserie konnten wir unsere Möglichkeiten ausschöpfen. Zuletzt hat das leider nicht mehr so geklappt."

Der Präsident selbst wird den Showdown verpassen. Richter muss als Schiedsrichter zur selben Zeit in Trebitz pfeifen. Traurig ist er darüber nicht. "Ich kann auf die Aufregung gerne verzichten." Und er verspricht, dass er als Referee mit seinen Gedanken während der 90 Minuten ganz bei seiner Aufgabe in der Kreisliga sein wird.

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