Oberstes Fußballgremium von Rücktrittswelle erfasst
Vorstand muss fünf Positionen neu besetzen - Betroffene geben verschiedene Gründe an
WITTENBERG/MZ. Der Wittenberger Kreisfachverband Fußball erlebte in den letzten Monaten eine personelle Rücktrittswelle. Nach Roland Langenfeld (Schiedsrichter-Ansetzer), Horst Richter (Staffelleiter Kreisoberliga), Marko Hoffmann (Internetpräsentation) verabschiedeten sich jetzt auch Kaj von Zansen (Verantwortlicher Öffentlichkeitsarbeit) sowie Maik Barth (Koordinator Kreisauswahl) von ihren Funktionen beziehungsweise aus dem erweiterten Vorstand des KFV. Präsident Bernd Geipel sieht den Weggang des Quintetts als "übliche Fluktuation" an, die in allen Brachen vorkomme. "Ich weiß, dass ich eine gewisse Art habe, die Truppe zu leiten. Das persönliche Gespräch hat keiner auf dieser Fünfergruppe gesucht."
Horst Richter, der dem KFV-Vorstand seine Entscheidung am 24. September mitteilte und am 3. Oktober endgültig zurück trat, gab wie schon bei der offiziellen Erklärung persönliche Gründe an, auf die er nicht näher eingehen wolle. Der amtierende Spielausschuss-Vorsitzende Stephan Gräfe, der Richters Funktion zusätzlich übernahm, bedauerte die Entscheidung des Lindaer Vorstandsmitgliedes. "Ich hoffe, dass er im nächsten Jahr wieder mit dabei ist."
Ex-Kreisauswahlkoordinator Maik Barth gab "private Gründe" für seinen Abschied aus dem erweiterten Vorstand an. "Ich will keine schmutzige Wäsche waschen. Darüber haben wir uns beim Abschied verständigt." Etwas ließ es sich dennoch entlocken. Die Zusammenarbeit mit den Vereinen in puncto Bildung einer Kreisauswahl habe er sich "völlig anders vorgestellt", zudem habe die Unterstützung seitens des KFV-Vorstandes bei der Bewältigung dieses Problems gefehlt. Barth kam sich laut eigenen Angaben immer wie ein Bittsteller vor, der jedoch seinem Nachfolger viel Glück bei der Ausübung des Amtes wünsche. Für KFV-Boss Geipel ist das Thema Barth nicht abgeschlossen. "Aus meiner Sicht war es eine Frustreaktion. Wenn der Dampf verraucht ist, werde ich mich mit ihm in Ruhe unterhalten. Er hat seine Sache richtig gut gemacht."
Mehr ins Detail ging der ehemalige Pressesprecher Kaj von Zansen, der in den letzten Wochen das Gefühl hatte, aufgrund seiner kritischen Hinweise zum Thema Spielbetrieb (Änderung Abstiegsregelung kurz vor Saisonende), zu den Außenseitern im obersten Gremium zu gehören. "Es waren immer demokratische Entscheidungen. Die habe ich voll akzeptiert. Doch diese Form der Meinungsfindung hat mich nicht befriedigt." Das Fass zum Überlaufen brachte die Wahl zum "Fußballer des Jahres". Als Verantwortlicher Öffentlichkeitsarbeit gehörte von Zansen laut eigener Aussage erst nach persönlicher Nachfrage zum Fachgremium, er sei von den Verantwortlichen "schlichtweg vergessen" worden. Für seinen Abschied möchte der Abteilungsleiter des Landesligisten SV Einheit den KFV aber nicht allein verantwortlich machen. Aus beruflichen Gründen habe er einen Großteil der Vorstandssitzungen verpasst, einige Entscheidungen seien "einfach vorbei gelaufen".
Fest steht: Egal, wie sich alle Beteiligten zu den Vorfällen äußern, ein fader Beigeschmack wird immer bleiben.