Bilder voller Poesie und Kraft


Sebastian Spachholz im „Kunsthaus Europa


„Das müsste gar eine schlechte Kunst sein, die sich auf einmal fassen ließe.“ – Goethes Feststellung, zu lesen gleich neben dem Eingang des „Kunsthauses Europa“ drückt aus, was den Betrachter zur jüngsten Vernissage erwartete.



Foto: miz

Sebastian Spachholz aus Linda (links), Grafiker und Maler von Werken in Öl, bei seinem Ausstellungsstart in Dixförda im Gespräch mit Gästen.

Sebastian Spachholz aus Linda, Grafiker, setzt seit zehn Jahren seine Gedanken und Gefühle in kräftigen Ölfarben um, die von Lebensfreude strotzen. Was der heute 61-Jährige, der vor sechs Jahren von Berlin ins Jessener Land zog, mit seinen Werken ausdrücken möchte, teilt sich anschaulich mit. Die auf das Wesentliche reduzierte Malweise birgt in ihrer Klarheit viel Hintergründiges mit reichlich Raum für eigene Phantasien.

Mehr als zwei Dutzend farbenfrohe Ölgemälde unterschiedlicher Größe aus der jüngsten Schaffensphase laden zu einem Spaziergang durch Raum und Zeit ein, verbinden auf innige Weise mit dem Seelenleben des Erschaffers. Der steht lächelnd dabei und erklärt seine Motivation mit der simplen Feststellung, dass es ein großer Spaß sei, Kunst zu schaffen. „Ich habe eine Grundidee, aus der sich im Schaffensprozess das endgültige Bild formt. Durch die Ab-strahierung des Gegenständlichen möchte ich dem Betrachter die Freiheit geben, aus den Farben und Formen eigene Schlüsse zu ziehen.

Darum auch das Zitat des Dichterkönigs als Leitspruch und der Verzicht auf eine einengende Bezeichnung der Ausstellung.“ Bester Beweis seiner Absichten ist wohl das mit „Das beste Stück“ frivol, hintersinnig umschriebene Bild, das im Gewirr der kräftig gezogenen Pinselstriche unschwer eine Vagina erkennen lässt. Ein Lächeln huscht unwillkürlich über das Gesicht. Der Schalk des Malers scheint überzuspringen. Farbkompositionen als Augenweide und lakonisch witzige Beisätze des Malers wie: „Nicht so böse wie es aussieht“ oder „Man erinnert sich“. Letzteres Werk spiegelt kollagenartig gestaltet auf breitflächiger Leinwand ein wahres Chaos seelischer Regungen wider, verschafft Zutritt in Gefühlswelten, die durch puren Verstand nicht zu erfassen sind. Einfach schauen und Freude empfinden, so wünscht es sich Sebastian Spachholz, der parallel zur Dixfördaer gleichzeitig in einer Berliner Galerie ausstellt.

Zur Eröffnung musizierten Just Heinrich Stegner (Berlin) und Annett Zöffel (Linda) erstmals gemeinsam und gaben der Vernissage mit klassischen Keyboard- und Violinenklängen ein eigenes Gepräge.

Die Ausstellung ist an den Wochenenden bis zum 22. Juni jeweils Freitag bis Sonntag von 16 bis 18 geöffnet. (miz)

Kontakt: Tel. 03 53 84/ 2 07 68.


Foto: miz Artikel vom 31.05.2003 01:10