Sportgericht hat sein Urteil gefällt

Zu harte Konsequenzen zum Abbruch der Partie Linda-Seegrehna?

VON ANDREAS RICHTER

JESSEN/MZ. Aus Sicht der Lindaer habe das Sportgericht ein zu hartes Urteil bezüglich des Spielabbruches der Kreisoberligapartie Linda gegen Seegrehna gefällt. Horst Richter, Mitglied des Vorstandes, legt diese Meinung in einem ausführlichen Schreiben auf der Internetseite des Vereins dar.

Der oberste "Fußballgerichtshof" des Landkreises verhandelte den Vorfall vom 13. September und kam zu einem Ergebnis. Demnach wird das Spiel mit null Punkten und 0:3-Toren für beide Teams gewertet. Zudem sind Marcus Furchner (Seegrehna) und Dennis Richter (Linda) für sechs Spieltage gesperrt. Seegrehna hat eine Geldstrafe in Höhe von 100 Euro plus anteilige Verfahrenskosten zu entrichten. Grün-Weiß Lindas Geldstrafe liegt bei 250 Euro. Die Höhe wurde mit einem erheblichen Mangel an Sicherheit (zu wenige Ordnungskräfte vor Ort) begründet. Das Verfahren gegen Lindas Trainer Gerald Neiße wurde eingestellt.

Für Stephan Gräfe verbindet sich mit dem Abschluss der Verhandlung die Hoffnung, dass dieses Thema endlich zu den Akten gelegt werden kann. Der Vorsitzende des Spielausschusses beim Kreisfachverband Fußball dazu: "Ich empfinde dieses Urteil schon als gerecht. Persönlich hoffe ich nun, dass jetzt wieder Ruhe einkehrt." In seiner Zeit beim KFV war es das erste Mal für Gräfe, sich mit einem Spielabbruch dieser Art beschäftigen zu müssen. "Zum Glück ist so etwas die absolute Ausnahme." Er betonte aber auch, dass das Urteil bislang noch nicht in schriftlicher Form vorliege. "Erst wenn dies passiert ist und Linda und Seegrehna sich eine Meinung gebildet haben, werden wir sehen, ob dieses Spiel wirklich Geschichte ist."

In Linda sieht man einiges anders. Sicher, so Horst Richter, freue man sich, dass der Coach verfahrensfrei aus der Sache gekommen ist. "Das wäre auch die größte Ungerechtigkeit gewesen." Auch die Wertung der Partie sei zu verschmerzen. Doch die Spielsperre für Dennis Richter und die 250 Euro Geldstrafe liegen Richter schwer im Magen. Auf der Internetseite heißt es neben anderem dazu: "Mit den anderen Urteilen kann ich nicht einverstanden sein. Wir blieben im gesamten Verfahren bei der Wahrheit, ... und wurden dann dafür bestraft. Seegrehna hingegen war während der gesamten Verhandlung bestrebt, die ganze Schuld auf uns zu lenken." Horst Richter merkt an, "dass mich so eine Rechtsprechung natürlich traurig macht und zornig. Der Vorstand des Vereines erwägt nach Erhalt des Urteiles gegen dieses vorzugehen."

Die Vorgänge vom 13. September werden unterschiedlich angegeben. Seegrehna stellte dar, dass Marcus Furchner unberechtigt eine gelb-rote Karte bekommen habe, er daraufhin den Ersatzball wegschlug und ihn deswegen Lindas Coach Neiße angeschrien habe, dass er ihm "eine in die Fresse hauen werde". Zum Eigenschutz habe Furchner den Trainer weggeschubst, daraufhin sei er von Dennis Richter geschlagen worden. Die Lindaer beharren darauf, dass Gerald Neiße von Marcus Furchner weggestoßen wurde, als er ohne ein Wort zu sagen an ihm vorbeiwollte. Dennis Richter habe diese Szene beobachtet und habe Furchner, um Schlimmeres zu verhindern, vom Tatort verdrängt.

zurück