Gespräch mit Joachim Schütze

Kurvenreich über Straßen und Wege


Trikot mit Unterschriften bekannter Leichtathleten wird verlost

Joachim Schütze, Organisator des Waldpokallaufes in Linda, präsentiert das Trikot, das unter den Teilnehmern verlost wird. (MZ-Foto: Boris Canje)

Vorjahressieger wieder erfolgreich

Trotz großer Hitze wurde eifrig um Punkte gekämpft

Linda/M Z. Bereits die 18. Auflage erlebt am Sonntag der Waldpokal-Lauf in Linda. Er ist der einzige Kreisranglisten-Lauf, der im Altkreis Jessen stattfindet. Über seine Geschichte und den Stand der Vorbereitung sprach mit Joachim Schütze, Organisator der Veranstaltung, MZ-Redakteur Boris Canje.

Nur wenige Läufe im Landkreis können auf eine so lange Geschichte zurück blicken. Wie kam es eigentlich dazu?

Joachim Schütze: 1986 gab es hier in Linda einen Landsporttag, der gemeinsam vom Sportverein mit der damaligen LPG "Frieden" durchgeführt wurde. Da wurde auch die Idee geboren, einen solchen Lauf durchzuführen. 14 Teilnehmer fanden sich damals bei strömendem Regen ein, und wir haben das Ziel deshalb extra an die Tür der Sporthalle verlegt.Seitdem ist nicht ein einziger Waldpokallauf ausgefallen. Wir haben ihn also auch über die schwere Zeit der Wende gebracht.

Nun gibt es ja eigentlich keine Leichtathleten in Linda?

Joachim Schütze: Das ist richtig. Aber es gibt Sportbegeisterte, die unser Vorhaben unterstützen.

Ein Knackpunkt bei einem solchen Lauf ist die Zeitnahme und die Zielankunft. Werden dazu nicht Spezialisten gebraucht.

Joachim Schütze: Wenn mit einer elektronischen Zeitnahme gearbeitet wird, dann sicherlich. Bei uns geht es ländlich-sittlich zu. Es wird noch mit der guten alten Stoppuhr gearbeitet. Trotzdem geht auch das nicht ohne Erfahrung. Aber ich habe seit Jahren mein Team zusammen. Jeder weiß, welchen Job er zu erledigen hat, was er dabei beachten muss. Das fängt bei den Streckenposten an und hört bei der Zeitnahme auf.

Mit wievielen Teilnehmern ist denn diesmal zu rechnen?

Joachim Schütze: Das kann ich noch nicht abschätzen, da Meldeschluss erst kurz vor dem Start ist. Allerdings 125 wie im vergangenen Jahr werden es sicherlich nicht werden. Diesmal liegt der Lauf in den Ferien nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern auch in Sachsen, Brandenburg und Berlin. Aber das ist auch nicht so schlimm.

Es ist auch wieder eine ziemlich starke Gruppe des SV Linde Schönewalde dabei?

Joachim Schütze: 16 Läuferinnnen und Läufer werden diesmal von dem Verein kommen. Sie sind in der Woche vor unserer Veranstaltung auf einer Wettkampfreise durch Schweden. Linda ist dann für sie der Ausklang vor dem Urlaub.

Wenn so große Teilnehmerfelder kommen, muss der Lauf doch etwas Außergewöhnliches sein?

Joachim Schütze: So außergewöhnlich ist er eigentlich nicht. Aber er hat einige Besonderheiten. Es wird sowohl auf Asphalt, als auch auf Wiesen- und Sandwegen gelaufen. Selbst Kopfsteinpflaster gibt es auf einem kurzen Abschnitt am Bahnhof. Dann ist der Kurs auch noch recht verwinkelt, es müssen viele Kurven gelaufen werden. Also insgesamt nicht leicht zu bewältigen. Hinzu kommt, dass durch das Einbetten des Laufes in das Dorffest auch immer viele Zuschauer anwesend sind. Für deren Information sorgt wie immer unser Vereinsvorsitzender Horst Richter.
In diesem Jahr gibt es noch einen besondere Höhepunkt. Unter allen Teilnehmern wird ein Original-Trikot des Deutschen Leichtathletikverbandes mit den Unterschriften einiger bekannter Sportler, zum Beispiel Heike Drechsler oder Lars Riedel, verlost.

Welche Strecken werden denn angeboten?

Joachim Schütze: Wir halten uns da an die Richtlinien für Ranglistenläufe. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren, für die Frauen sowie für Männer über 60 Jahre sind es 4,9 Kilometer. Alle anderen laufen 9,6 Kilometer. Zuerst werden zwei Runden auf dem Sportlatz gemeinsam gelaufen, dann geht es ins Gelände. Dort müssen dann entweder eine oder zwei Schleifen absolviert werden. Präpariert sind sie übrigens schon. Zwei Mitarbeiter, die in einer Ü55-ABM beim Verein tätig sind, haben alles beräumt, Gestrüpp entfernt und sogar Kienäpfel aufgelesen.

Kann denn etwas zu vermeintlichen Favoriten gesagt werden?

Joachim Schütze: Noch kann nichts dazu gesagt werden. Wie bereits ausgeführt, haben wir erst kurz vor dem Start Meldeschluss. Erst dann können wir auch sagen, wer die größten Siegchancen hat.

Wenn auch Linda keine Hochburg der Leichtathleten ist, gibt es dennoch einheimische Starter?

Joachim Schütze: Aber selbstverständlich. Wir haben einige Fußballer, die sich mit Laufen oder Radfahren fit halten. Von den Jugendlichen wollen wohl auch einige dabei sein. Und da ich selbst mich auf meine Helfer verlassen kann, werde ich auch starten.

Vorjahressieger wieder erfolgreich


Brandenburger Lauftalente holten die meisten Siegerpokale

Zum 18. Mal trafen sich Läufer am Sonnabend in Linda, um um die insgesamt 27 Siegerpokale zu kämpfen. Und bis auf einen Teilnehmer kamen auch alle unbeschadet ins Ziel. Wenngleich die große Hitze natürlich allen zu schaffen machte. Da war auf der Strecke jede Möglichkeit, sich zu erfrischen, willkommen. Auch eine ordentliche Wasserdusche konnte helfen, wenigstens eine Zeitlang für Abkühlung zu sorgen. (Foto: MZ)


Linda/MZ. Hut ab und Respekt. Und zwar vor den 88 Kindern, Jugendlichen, Damen und Herren und nicht zuletzt vor den Organisatoren. Ihnen gemeinsam ist es zu verdanken, dass der 18. Waldpokallauf in Linda am vergangenen Sonnabend wiederum zu einem erfolgreichen Part im Rahmen des traditionellen Dorffestes wurde.

Joachim Schütze, Vorstandsmitglied des Lindaer Sportvereines und Hauptorganisator des Laufes, zeigte sich rundum zufrieden. Selbst dass mit 88 Läufern das Teilnehmerfeld geringer als letztes Jahr ausfiel, da waren es 124, störte nicht weiter. "Wir hatten Leute aus drei Bundesländern hier, alles Länder, in denen Sommerferien sind. Unter diesem Aspekt und angesichts der extrem hohen Temperaturen war die Resonanz spitze."

Gerade die äußeren Bedingungen waren nicht leicht. Die Quecksilbersäule rutschte über die 30 Grad-Grenze, Wald- und Feldwege auf dem 9,6 Kilometer langen Kurs waren dermaßen trocken, dass die Gefahr bestand, sich eine Staublunge einzufangen. Letztlich war es aber nur ein Läufer, der nach der ersten Runde, fünf Kilometer lang, freiwillig aufgab. Alle anderen kamen ohne Probleme im Ziel an.

Und die Schnellsten konnten bekanntermaßen einen Siegerpokal mit nach Hause nehmen. 27 Stück warteten auf ihre neuen Besitzer. Die stärksten Läufer kamen aus Brandenburg, 15 Siege gingen in das Nachbarbundesland. Drei Pokale stehen jetzt in Sachsen, neun in Sachsen-Anhalt. Mit allein neun Altersklassensiegen war der SC Linde Schönewalde der erfolgreichste Verein.

In der Gesamtwertung hatten die Sieger des Jahrgangs 2002 erneut die Nase vorn. Bei den Frauen konnte Silvia Linke vom LC Jüterbog an ihren Vorjahreserfolg anknüpfen, mit einer Zeit von 21,24 Minuten in der Altersklasse (AK) 35. Bei den Männern heißt der Sieger Michael Schering vom SC Magdeburg. Er benötigte diesmal 17 Sekunden mehr als letztes Jahr, seine 31,33 Minuten reichten aber trotzdem zum Sieg.

Martin Wagner vom SC Linde Schönewalde war mit neun Jahren der jüngste Starter, Wolfgang Eichhorn aus Pretzsch mit 70 der Älteste. Beide siegten auch in ihren jeweiligen Altersklassen.

In der AK10 / 11 konnte ein Lindaer einen Siegerpokal entgegennehmen, Marek Hasse setzte sich an die Spitze. Und auch für Joachim Schütze, der den Lauf nicht nur organisiert sondern selbst daran teilnimmt, war der Sonnabend doppelt erfolgreich. Neben einem schönen und erfolgreichen Nachmittag holte er sich auch noch in der AK 40 den ersten Platz.

Schon am Sonnabendvormittag ging es beim Dorffest in Linda sportlich zu. Acht Mannschaften nahmen am Kleinfeldfußballturnier teil, welches zum Schluss verdientermaßen das Team aus Neuerstadt gewann.

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