Ein so großes Starterfeld hat es beim Waldpokallauf in Linda noch nie gegeben. 140 Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche gingen auf die 9,6 beziehungsweise 4,8 Kilometer lange Strecke. Erstmals dabei auch zwei Kenianer und ein Tansanianer. Die drei machten natürlich auch den Sieg unter sich aus. (MZ-Foto: Thomas Christel)


Ergänzten sich gut als Moderatoren: Dirk Thiele von "Eurosport" und
Grün-Weiss Lindas Vorsitzender Horst Richter

Trio aus Afrika war nicht zu überholen

Waldpokallauf: Veranstaltung mit einigen neuen Rekorden 

„Es war eine imponierende Veranstaltung."
DIRK THIELE, MODERATOR BEI „EUROSPORT"

Von unserem Redakteur

BORIS CANJE 

Linda/MZ. Der 20. Waldpokallauf war ein Lauf der Superlative. Mit 140 Startern verzeichnete er einen Teilnehmerrekord. Auch die Zahl der Zuschauer war höher als bei den vorangegangenen Lauf - Veranstaltungen. Die Siegerzeit des Ke nianers Edward Mutai (27:50 Minuten) wird-für die 9,6-Kilometer Strecke wohl auf lange Dauer die schnellste bleiben. 

Und es war der Waldlauf bei bis lang niedrigsten Temperaturen, Die „alten Hasen" unter den Läufern, Siegfried Marschner und Lothar Matthes (beide Grün-Weiß Wittenberg), erinnerten sich, bislang in Linda immer bei brütender Hitze gelaufen zu sein. Ins Schwitzen kamen aber trotzdem alle. Lohn dafür war eine Vielzahl von Bestzeiten auf dem Lindaer Kurs. 

Es gab noch eine Besonderheit. Soviele Einwohner des Ortes waren noch nie am Start. Unter ihnen die komplette Landesklassen-Mannschaft der Fußballer samt Trainer Gerald Neiße und auch Jörg Gerlach, Coach der Zweiten, hatte einige seiner Schützlinge dabei. Dazu kamen einige der Nachwuchskicker. Der schnellste Lindaer war natürlich Cheforganisator Joachim Schütze. Auf den Sportplatz kam er in einer Vierergruppe. Doch 200 Meter vor der Ziellinie legte er den Turbo ein, ließ die wesentlich jüngeren Mitstreiter ganz alt aussehen und erreichte mit 35:44 neuen persönlichen  Streckenrekord  (Vorjahr 38:17).  

Für viel Spaß sorgte neben den beiden Moderatoren (Dirk Thiele, bekannter DDR Femseh-Sportmoderator und jetzt beim Sender Eurosport sowie Horst Richter, Vorsit- zender des SV Grün-Weiß Linda) auch Stephane Franke. Ohne jeden Ehrgeiz ging er auf die Strecke, kam ziemlich weit hinten an und beschwerte sich noch, dass Thiele ihm nicht gesagt hatte, dass die vielen Frauen nur eine Runde laufen müssten. Beifall zollten die Zu- schauer sportlich fair allen Aktiven. Auch jenen, die lange nach den Siegern ins Ziel kamen. Dirk Thiele brachte es dann auf den Punkt: „Es war eine imponierende Veranstaltung." Ein größeres Lob kann es für die Organisatoren um Joachim Schütze wohl kaum geben.

Im Rahmenprogramm gab es u. a. ein Volleyballturnier. Baruth gewann vor den Grashoppers aus Linda und den Blue Angels (sie waren vor einer Woche als Fassbrause auch im Fußball vom dabei).

 


ERGEBNISSE

 Favoritensieg

 Den 20. Waldpokallauf über 9,6 Kilometer gewann bei den Männern Edward Mutai aus Kenia in 27:50 Minuten. Wie erwartet, folgten dann auch schon die anderen beiden Afrikaner (Nelson Mrashan aus Tansania in 28:14 und Richard Ngolepus aus Kenia in 28:55).

Vierter wurde Ingo Nötzel (Luckenwalde) in 31:19 vor dem Vorjahressieger Ronny Potsohak (LC DubenerHeide) in 32:04.

Schnellste Frau war die Wittenbergerin Carmen Stramm (19:47). Auf den Plätzen folgten Silvia Linke (Jüterbog) in 21:31 und Susanne Kluge (LC Dübener Heide) in 22:24.

Für guten Zweck 

Linda/MZ/cab. Eine Tombola gehörte ebenfalls zum Programm des 20. Waldpokallaufes. Der Erlös, ein Los kostete 50 Cent, soll dem Fußball-Nachwuchs des Vereins zugute kommen. 

Preise verlost

Linda/MZ/cab. Gute Stimmung herrschte bei der Verlosung unter den Läufern. Bücher von Stephane Franke fanden ebenso ihre Interesse wie die Karten für das ISTAF-Meeting der Leichtathleten in Berlin.

 Namen gesucht

 Unda/MZ/cab. Obwohl sie sich den Part eines Moderatoren teilten, hatten Dirk Thiele („Eurosport") und Horst Richter (Vorsitzender des SV Grün-Weiß Linda) so manches Mal ihre Probleme, rechtzeitig die Namen der Athleten zu finden, die gerade ins Ziel kamen. Es war aber auch kein Wunder, musste doch jeder schnell auf mehreren Seiten suchen, denn immerhin gab es 140 Starter. 

Wegweiser per Rad

Linda/MZ/cab. Radelnde Wegweiser hatte der SV Grün-Weiß Linda beim diesjährigen Lauf erstmals eingesetzt. Sie sollten vor allem den ortsunkundigen Gästen aus Kenia und Tansania die richtige Route zeigen. Auch einen radelnden „Besenwagen" gab es, damit deutlich wurde, wann der letzte Läufer das Ziel erreicht hat.

 Jüngste Sportler

Linda/MZ/cab. Für die jüngsten Besucher des Waldpokallaufes gab es auch allerhand Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen und das nicht nur auf der Hüpfburg des Spielmobils aus Herzberg. Acht Jungen und Mädchen unterschiedlichen Alters versuchten sich im Weitsprung, .Da die Leistungen schwer vergleichbar waren, bekam jeder einen Preis. Vor allem die Nachwuchsfußballer wollten sich im Torwandschießen beweisen, hatten aber offensichtlich nicht ihren besten Tag. Horst Richter brauchte kaum Treffer zu zählen. Und gekegelt wurde ebenfalls. 

Kugel gestoßen

Linda/MZ/cab. Als ein Demonstrationswettbewerb wurde Kugelstoßen angeboten. Der Ring war natürlich nicht aus schönem glatten Beton sondern Rasen. Trotzdem fanden sich so viele Interessenten ein, dass der Wettkamp für die Siegerehrung der Läufer unterbrochen werden musste.

Nach der Verlosung signierte Stargast Stephane Franke auch die Bücher,
die er geschrieben hat. Eines befasst sich mit dem Laufen, dass andere ist ein Kochbuch.

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