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Kein Bild mit Seltenheitswert. Aufgrund der äußeren Bedingungen
werden im Winterhalbjahr des Öfteren Fußballplätze gesperrt.
(FOTO: THOMAS CHRISTEL)
WITTENBERG/MZ.
Notfallplan ist kein Thema
Nässe, Schnee, Minusgrade - dieser Tage erleben alle die Auswirkungen des Winters. Der streckt dieses Jahr zeitig seine Fühler gen Spielbetrieb in den Fußball-Ligen aus. Am vergangenen Wochenende gab es die ersten Absagen von Begegnungen.
Ein leidiges Thema für alle Beteiligten. Denn die Vereine zittern jedes Mal ob der Gefahr, dass sich zu viele Nachholpartien ansammeln. Beim Kreisfachverband Fußball hat dann vor allem Stephan Gräfe, Vorsitzender des Spielausschusses, jede Menge Arbeit auf dem Tisch. Er muss schließlich die neuen Termine in Absprache mit den Clubs finden. Da stellt sich doch beinahe zwangsläufig die Frage, ob es denn nicht möglich wäre, dem Ganzen vorzubeugen. Sprich, eine Art Notfallplan zu erstellen.
Gräfe muss bei dieser Frage und dem derzeitigen Blick aus dem Fenster beinahe schmunzeln. "Schön wäre es. Nein, einen Notfallplan gibt es nicht. Auch wenn der Gedanke sehr reizvoll ist, gerade in der Wintersaison Spielausfällen vorbeugen zu können." Solch ein Konzept zu erstellen, sei jedoch fast unmöglich. "Die Entwicklungen im Winterhalbjahr sind einfach zu unvorhersehbar." Denn Plan komme von planen, und in diesem Punkt werden wohl alle weiter mit den Gegebenheiten leben müssen. "Schließlich können wir schlecht das Wetter beeinflussen." Es sei maximal möglich, ganz kurzfristig zu reagieren.
Sprich, in erster Linie die Kunstrasenflächen im Landkreis zu nutzen. "Elster, Pratau und Piesteritz sind da gut dran. Bei ihnen kommt es kaum zu Spielausfällen. Und alle drei Clubs kommen uns immer wieder sehr entgegen, wenn es darum geht, dass andere Vereine auf ihre Anlagen ausweichen können", so Gräfe. Er nennt Piesteritz als ein Beispiel. "Dort wurden im vergangenen Winter an vielen Tagen die ersten Partien um 9 Uhr und die letzten um 19 Uhr angepfiffen."
Gleichwohl, die Erfahrung zeigt, dass sich einige Clubs schwer tun, im Falle des Falles umzuziehen. Was der Spielausschussvorsitzende verstehen kann. "Dies ist für die Vereine, die ihr Heimrecht abgeben, eine teure Angelegenheit. Für die Nutzung der Kunstrasenplätze sind Gebühren zu entrichten. Zudem verzichten sie bei der Abgabe des Heimrechtes auf Eintrittsgelder und Einnahmen aus der Versorgung."
Zu vergessen sei auch nicht, dass es nur in der Hinrunde möglich ist, das Heimrecht zu tauschen, erklärt Gräfe. "Es gibt eine Menge Faktoren, die beachtet werden müssen. Doch davon abgesehen, würde ich mir wünschen, dass die Vereine untereinander schneller Kontakt aufnehmen, wenn Gefahr in Verzug ist. Mitunter wird zu lange gewartet, bis Entscheidungen getroffen werden. Manche Spielausfälle sind durchaus vermeidbar."
An den Plätzen selbst liegt es nicht unbedingt. Gräfe räumt zwar ein, dass es einige Anlagen gibt, "die wie in Wartenburg, Seegrehna, Pretzsch und Zschornewitz durch ihre Lage beziehungsweise Bauweise sehr anfällig für das Wetter sind. Dies ist aber die Ausnahme. Der größte Teil der Spielabsagen ist durch die Witterung bedingt." Allerdings dränge sich mitunter bei ihm ein bestimmter Verdacht auf: "Manchmal gibt es Absagen, die zwar auf die Wetterlage geschoben werden, aber ziemlich offensichtlich wegen Spielermangels erfolgen. Hierbei kann man aber als spielleitende Stelle nichts machen, wenn die entsprechende Platzsperrung durch die Stadt oder den Betreiber erfolgt."
Speziell an die Kommunen als Eigentümer der Flächen richtet Gräfe eine besondere Bitte. "Auf kommunaler Ebene werden Spielabsagen in 80 Prozent der Fälle bis Freitagmittag um 12 Uhr getroffen. Das Problem dabei ist, dass es passieren kann, dass sich entgegen aller Prognosen die äußeren Bedingungen doch noch verbessern, die Partien eigentlich am Sonnabend oder Sonntag stattfinden könnten."
Diesbezüglich wünscht sich KFV-Vorstandsmitglied Gräfe, "dass entweder die kommunalen Mitarbeiter zu einem späteren Zeitpunkt über eine Platzsperre befinden oder die Vereine mehr Entscheidungsgewalt bekommen." Generell, sollten Spielabsagen so spät wie möglich erfolgen. Jedoch so zeitnah, dass den Mannschaften keine unnötigen Kosten entstehen.
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