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JESSEN/MZ. Allemannia Jessen wird künftig noch vorsichtiger sein. Sollten im Vorfeld eines Fußball-Heimspiels erneut Warnungen eingehen, dass Ausschreitungen zu befürchten sind, werde die Zahl der Ordner, die schon verdoppelt war, noch weiter erhöht. Das ist eine Konsequenz aus den Prügelattacken von Fußball-Chaoten am Sonnabend auf der Jessener Jahnsportanlage. Dazu hatte sich der Vorstand von Allemannia Jessen am Dienstagabend verständigt, "sehr lange und sehr intensiv", wie Präsident Klaus-Dieter Richter gestern informierte.
Die Attacke von mehreren Personen aus dem Block der Anhänger von ASG Vorwärts Dessau nach dem Spiel sei für Polizei und Ordner völlig überraschend erfolgt. Der Vorstand habe Verständnis, dass die Beamten, die sich nach dem Fußballspiel an unterschiedlichen Stellen, einige bereits außerhalb des Stadions, befanden, um den Abmarsch der aus Dessau angereisten Personen zu überwachen, nicht sofort reagieren konnten. Mehrere Vermummte prügelten plötzlich auf Zuschauer ein und verletzten drei Personen. "Für uns sind das kriminelle Schlägertrupps", denen kein Spielraum geboten werden dürfe. Deshalb bekräftigte der Präsident nach der Beratung seinen Standpunkt, dass es im Zusammenwirken von Polizei und Ordnern möglich gewesen wäre, einige der Schläger festzusetzen. Von der Bevölkerung werde Zivilcourage verlangt, und deshalb habe auch Allemannia erwartet, dass die Polizei dann eingreife.
Doreen Wendland, Sprecherin der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost, verweist auf die Notwendigkeit eines dringenden Tatverdachts und dass Handlungen Personen klar zugeordnet werden müssen, um jemand vorläufig festnehmen zu können. Die Ermittlungen dauern an. Sie werden von einem Fachkommissariat der Polizeidirektion geführt. Hier wurde auch Kontakt zum Sicherheitsbeauftragten des Landesfußballverbandes aufgenommen. Zudem hat sich die Zahl der Anzeigen erhöht
JESSEN/MZ. Die gewalttätigen Ausschreitungen von Fußball-Chaoten nach dem Landesklasse-Punktspiel am Sonnabend zwischen Allemannia Jessen und Vorwärts Dessau werden ein Nachspiel haben. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, um die Auslöser der Auseinandersetzung ermitteln zu können. Doreen Wendland, Pressesprecherin der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost, bestätigte am Montag der MZ, dass die Krawalle durch Polizisten vor Ort fotografiert worden seien. Bei der Auswertung der Bilder gehe es jetzt darum, die Beteiligten zu identifizieren und ihnen konkrete Handlungen zuzuordnen. Wendland kündigte außerdem ein Gespräch mit den Fußball-Verantwortlichen an, in dem das Geschehen ausgewertet werden soll.
Vorwärts-Präsidentin sagt aus
Bärbel Flug, die Präsidentin der ASG Vorwärts Dessau, hat bereits am Mittwochvormittag einen Termin bei der Dessauer Polizei. "Es ist im Interesse unseres Vereins, dass die Täter schnell identifiziert werden." Sie befürchtet einen weiteren Imageschaden für die ASG Vorwärts, deren Fans nicht das erste Mal für negative Schlagzeilen sorgen. Bärbel Flug ist sich aber sehr sicher, dass das in Jessen "keine echten Vorwärts-Anhänger gewesen sind. Ich kenne unsere Fans, und die habe ich noch nie vorher gesehen." Flug hat zwischen "zehn und 15 fremde Personen" ausgemacht, die sich wohl unter die ASG-Anhänger gemischt hätten und die nach Spielende den Jessener Fanblock stürmten. Als die Krawalle losgingen, war die Präsidentin gerade bei ihren Spielern in der Kabine. "Ich kann somit nicht sagen, was das Ganze ausgelöst hat."
"Alles getan, das zu verhindern"
Flug arbeitet in einem Dessauer Jugendclub und hatte dort bereits im Vorfeld der Partie Hinweise erhalten, dass "Jessener Ultras sich mit Chaoten aus Annaburg zusammentun wollen". Diese Informationen habe sie als Warnung sofort an die Polizei und den Jessener Verein weiter geleitet. "Die Vereine können nichts für den Vorfall. Wir haben alles getan, um ihn zu verhindern", betont sie.
Unterdessen beklagt Allemannia-Präsident Klaus-Dieter Richter ein viel zu zögerliches Eingreifen der Polizei. Es hätten sofort vorläufige Festnahmen erfolgen können, die Beamten hätten doch gesehen, wer zugeschlagen habe, sagte er.
Doreen Wendland verteidigt dagegen das Vorgehen der Sicherheitskräfte. Entsprechend der Beurteilung der Lage im Vorfeld seien Kräfte vor Ort gewesen. "Mit dieser Entwicklung war nicht zu rechnen." Als die Situation eskalierte, seien sofort alle verfügbaren Kräfte nach Jessen beordert worden, um die Auseinandersetzung zu beenden.
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